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Traumwetter am See und schwieriges Funkwetter

Wenn eine Aktivierung zur Fragestunde wird

Deutsche Limes-Straße Radweg National Historic Trail · Xanten / NRW

QSOs
15
Bänder
20m 30m 40m
Betriebsarten
CW

Nachdem wir gestern im Uedemer Hochwald ein 20m-Band mit wenig Rauschen und hervorragenden Bedingungen erlebt hatten, bekam ich heute einen kleinen Vorgeschmack darauf, wie viel sich innerhalb von nur 24 Stunden ändern kann.

Solare Daten
Solare Daten

Vor jeder Aktivierung schaue ich mir die aktuellen HF-Bandvorhersagen an, um meine Ausrüstung zumindest ein wenig auf die erwarteten Bedingungen abzustimmen. Allerdings weiß ich aus den Erfahrungen der letzten Monate auch: Draußen am Spot sieht die Welt meist ganz anders aus. Eine schlechte Bandvorhersage muss schließlich nicht bedeuten, dass kein QSO zustande kommen.

Heute allerdings schon ein bisschen.

HF Bandzustand
HF Bandzustand

Sowohl die solaren Daten als auch der HF-Forecast von HamQSL sagten „Poor“ voraus. Auch die Anzahl der aktuell gemeldeten Verbindungen auf den einzelnen Bändern ließ nicht gerade auf einen erfolgreichen Funkbetrieb hoffen.

Bereits am Morgen hatte ich einen ersten Vorgeschmack bekommen. Mein geplantes Code-Buddy-QSO mit PA kam nur mit erheblicher Mühe zustande. Sein Signal liegt zu dieser Tageszeit normalerweise irgendwo bei 559 bis 579. Heute dagegen gerade einmal bei 219. Zumindest zeigte mein S-Meter keinerlei Ausschlag. Es reichte aber noch, um einige Zeichen und schließlich sein Rufzeichen zu identifizieren.

Die Sachen sind schnell gepackt und so sind wir gemeinsam mit unseren Scootern zum Holzhut direkt an der Limesstraße gefahren.

Dort erwartete uns eine schöne Aussicht und ein für Anfang Oktober herrlich warmes Wetter.

Das Setup

  • Elecraft KX2
  • Tactical Mini Mast 6m
  • EFHW 10m-40m (Digitenna Nachbau mit zwei FT82-43)
  • TP-III Paddle
  • Tascam Recorder
  • PoLo Ham2K

Die Antenne war schnell aufgebaut. Doch schon nach wenigen Minuten gab es das erste Problem: Der BNC-Stecker am Koaxkabel löste sich.

Natürlich hatte ich jede Menge redundantes Material dabei. Aber ein zusätzliches Koaxkabel? Tja, Pech gehabt! Mein erster Gedanke war tatsächlich, alles wieder einzupacken.

Irgendwie gelang es mir dann doch, eine einigermaßen stabile Verbindung herzustellen. Die Hoffnung, dass es für eine Aktivierung reichen würde, stirbt bekanntlich zuletzt. Den Stecker werde ich jedenfalls später am Home-QTH austauschen.

20m – ein schwieriger Start

Angefangen auf 20m, war schon der erste Eindruck des Bandes alles andere als vielversprechend. S4 - S5 Rauschpegel mit ordentlich Knistern, obwohl es an dieser Stelle normalerweise kaum über S1 hinausgeht.

Die beiden vorhandenen CW-Signale waren ebenso wie FT8 viel zu leise, und ein deutliches QSB machte die Sache nicht gerade einfacher.

Egal, Spot gesucht, Feuer frei und CQ rufen!

Schleppend kamen schließlich drei QSOs mit bekannten Huntern zustande. Deren Signale liegen normalerweise deutlich im Bereich von 579 oder 599. Heute war das beste Signal gerade einmal 449 und die beiden anderen Stationen 329 geschönt.

Also schnell runter auf 30m. Aber auch dort wurde es nicht wirklich besser. Vier QSOs, ebenfalls leise und mit etwas Geduld verbunden.

Spinnenweben
Spinnenfäden nach 10 Minuten

Vielleicht lag es ja an den viele Spinnfäden in der Luft. Zwischen Mast und Antennendraht waren nach kurzer Zeit Spinnenfäden deutlich zu erkennen.

Weiter auf 40m.

Hier waren die Signale zwar ebenfalls deutlich schwächer als sonst üblich, aber plötzlich kam Bewegung in die Sache. Innerhalb von zwölf Minuten acht QSOs!

Na also, geht doch! Damit war die Aktivierung mit insgesamt 15 QSOs erfolgreich abgeschlossen.

Eine Aktivierung wird zur Fragestunde

Das herrliche Wetter sorgte zwischendurch immer wieder für neugierige Besucher, die mich nach der „seltsamen Angelrute“ fragten.

Eine willkommene Abwechslung, gerade während längerer CQ-Sequenzen, auf die zunächst niemand antwortet.

Fazit:

Eine Aktivierung, die diesmal deutlich mehr erkämpft werden musste als sonst.

Frustrierend war das keineswegs. Vielmehr war es eine Herausforderung, die allerdings auch spürbar anstrengender war als eine Aktivierung unter normalen Bedingungen.

Die neue EFHW 10m-40m auf Basis einer Digitenna die gestern noch im 3D Drucker lag, hat mich trotz schwierigen Bedungen bereits begeistert! Einfacher geht Auf- und Abbau kaum!

Und dann gab es da noch meine XYL, die zwischendurch zur nahegelegenen Bäckerei gefahren war und mit einem noch warmen Kirschstreusel zurückkam.

Ich kann mir kaum einen besseren Abschluss einer erfolgreichen Aktivierung vorstellen!

Danke an alle Hunter für eure Unterstützung und Geduld gerade bei diesen schwierigen Bedingungen!

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